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Zeitzeugin – oder Geschichtsunterricht direkt aus erster Hand!

Bereits zum zweiten Mal folgte DDR-Zeitzeugin Frau Sabine Geith der Einladung von Geschichtslehrerin Elisabeth Huwer, um den Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 10 ihre Kindheit und Jugend in der DDR zu schildern. Aus erster Hand und mit der Möglichkeit, direkt Fragen an Frau Geith zu stellen, erfuhren die Teilnehmer der Gesprächsrunde, wie es wirklich war, in der DDR aufzuwachsen. Frau Geith schilderte auf eindringliche Weise, wie es sich anfühlte, als junger Mensch vor allem der Unfreiheit zu begegnen und in einem Land eingesperrt zu sein. Ob im Unterricht, z.B. gerade im Fach Geschichte, oder in der Freizeit, überall verspürte sie den unmittelbaren Druck, mit ihrer wahren Meinung vorsichtig umzugehen bzw. sie sogar ganz zu verschweigen. Der Wunsch, Abitur zu machen, war unerfüllbar, weil es in der ehemaligen DDR eine extreme Auslese und zusätzliche Bedingungen gab für den Zugang zur Oberstufe. Wer z. B. als Junge Medizin studieren wollte, der musste sogar 3 Jahre statt 1 ½ Jahre Wehrdienst leisten, ein Dienst, der von den meisten als außergewöhnlich hart empfunden wurde. Frau Geith schilderte ausführlich, wie sie sich in ihrer Freizeit vor allem in kirchlichen Gruppen organisierte, wo sie viele Freunde fand und sogar ihren späteren Mann kennenlernte, der aus dem Westen kam und die kirchlichen Gruppen in der DDR besuchte.

Besonders spannend war ihre Schilderung von der Endphase der DDR: Eine Phase, in der ihr und ihren Freunden bis ganz zuletzt völlig unvorstellbar war, dass die Mauer fallen könnte. So stellte sie noch zwei Tage vor dem Mauerfall einen Ausreisetag, nicht ahnend, dass zwei Tage später die Mauer Geschichte sein würde.

Die Schülerinnen und Schüler stellten zahlreiche Fragen, die Frau Geith bereitwillig beantwortete. Zum Abschluss der Veranstaltung legte sie nochmals besonders eindringlich dar, wie wichtig Freiheit, insbesondere die Meinungsfreiheit, und die Bewegungsfreiheit sind und wie wichtig es ist, diese kostbaren Güter wertzuschätzen und zu sichern.

Frau Huwer sowie die anwesenden Geschichtslehrerinnen und –lehrer bedankten sich beim Abschied herzlich mit einem Geschenk bei Frau Geith und ihrer Tochter für ihr Engagement und ihre Offenheit.