Wie internationale Lehrerfortbildung Schule verändert
Eine Fortbildung auf Malta – im Sommer, mitten im Mittelmeer. Muss das wirklich sein?
Unbedingt! Schließlich bietet eine solche Fortbildung die Gelegenheit, Europa in seiner Vielfalt unmittelbar zu erleben. Als Europaschule eröffnet sich uns Lehrkräften die Möglichkeit, an „Erasmus Plus“ – Fortbildungen teilzunehmen, die die professionelle Weiterentwicklung, europäische Zusammenarbeit und neue Impulse für den Unterricht miteinander verbinden. Genau das durfte ich im Juni eine Woche lang erfahren.
Im Zentrum meines Aufenthalts stand die Erweiterung meiner Englischkompetenzen. In einem intensiven Sprachkurs wurden nicht nur Grammatik und Wortschatz aufgefrischt – im Mittelpunkt stand vor allem Sprachpraxis. In lebhaften Diskussionen setzten wir uns mit Themen wie Pädagogik und Verhaltenstheorien, der Zerstörung des tropischen Regenwalds, aktuellen politischen Entwicklungen sowie der Kultur und Geschichte Maltas auseinander. Diese Vielfalt machte das Lernen authentisch und wirklich bereichernd.
Erasmus Plus verfolgt das Ziel, europäische Werte, kulturelle Vielfalt und demokratische Teilhabe stärker in Schulen zu verankern. In meiner Lerngruppe trafen Lehrkräfte aus Schottland, Litauen, Italien, Deutschland und Tschechien aufeinander. Diese internationale Mischung war ein Geschenk: Wir tauschten Unterrichtsideen aus, diskutierten über Schulsysteme und entwickelten bereits erste Ansätze für gemeinsame Projekte. Solche Begegnungen sind der Kern von Erasmus Plus: Lernen voneinander – über Grenzen hinweg.
Gemeinsam mit unserer Gruppe erkundeten wir an zwei Nachmittagen die Insel, begleitet von einem Reiseführer, dessen besondere Leidenschaft historischen Türklopfern galt. Ein ungewöhnliches Hobby, das uns aber immer wieder zu spannenden Geschichten über Maltas Architektur und Kultur führte.
Auch außerhalb des Kurses bot Malta zahlreiche Gelegenheiten, das Alltagsleben auf der Insel kennenzulernen und mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen: auf den täglichen Fahrten mit dem Bus, bei kleinen Begegnungen in Geschäften oder Cafés, beim Fragen nach dem richtigen Weg oder einfach durch die große Hilfsbereitschaft, die mir immer wieder begegnete.
Ich bin sehr dankbar, dass mir diese Fortbildung ermöglicht wurde. Sie hat meinen Horizont erweitert, meine Unterrichtspraxis bereichert und meine Motivation gestärkt, europäische Projekte an unserer Schule mitzugestalten.
Als Biologielehrerin liegt mir besonders die Idee eines gemeinsamen Projekts zur Meeresbiologie am Herzen – vielleicht schon bald gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen, die ich während der Fortbildung kennenlernen durfte, und gerne auch wieder in Kooperation mit Malta.
Christina Bachmann


