Exkursion des Leistungskurses Chemie und einiger SchülerInnen des Grundkurses zur Hochschule Kaiserslautern – Campus Pirmasens:
Der Leistungskurs Chemie sowie interessierte Schülerinnen und Schüler des Grundkurses konnten im Rahmen einer ganztägigen Exkursion zur Hochschule Kaiserslautern, Campus Pirmasens, anschaulich erfahren, wie unterschiedlich und vielfältig die Berufsfelder der Chemikerinnen und Chemiker sind. Zusätzlich erhielten sie tolle Einblicke, wie moderne chemische Forschung im Kontext von Nachhaltigkeit und europäischer Zusammenarbeit aussieht, was für uns als MINT-Schule, aber auch als Europa- und UNESCO-Schule besonders interessant war.
Zum Auftakt informierte Professor Gregor Grun im Hörsaal über das Chemiestudium, die vielfältigen Berufsfelder in der Chemie und die Forschungsprojekte des Fachbereichs Chemie in Pirmasens. Die aktuellen EU‑Großforschungsprojekte des Fachbereich Chemie in Pirmasens beschäftigen sich u.a mit der Entwicklung von Schaumstoffmatratzen aus nachwachsenden Rohstoffen, bioabbaubaren Kunststoffen, die kein Mikroplastik erzeugen und recyclingfähigen Duroplasten für Windkraftanlagen. Die EU-Projekte und das ebenfalls sehr interessante Transferprojekt der Carl‑Zeiss‑Stiftung „Biobrix“, das Abfallstoffe – etwa Lederreste – in innovative Baustoffe für ökologisches Bauen überführt, zeigten, dass die Transformation der chemischen Forschung und Industrie im Hinblick auf Nachhaltigkeit voranschreitet und die Ökobilanzierung (LCA) selbstverständlich geworden ist.
Im Anschluss wurden die Schülerinnen und Schüler in drei Workshops selbst im Labor aktiv. Im ersten Workshop führten die SchülerInnen die Redoxtitration Manganometrie durch (Lehrplan des Leistungskurses). Präzises Arbeiten und fachgerechtes Auswerten standen hier im Mittelpunkt und wurden von allen Teilnehmenden trotz sommerlicher Temperaturen sehr gut gemeistert. Im zweiten und dritten Workshop erhielten die SchülerInnen einen Ausblick auf die Welt der Polymerchemie (Jahrgangsstufe 12) und darüber hinaus auch in die Verfahrenstechnik. So stellte die Schülerinnen und Schüler im Workshop 2 nach einer theoretischen Einführung ein Elastomer selbst her: Sie wogen die Ausgangsstoffe ab, wählten Farbstoffe aus, befüllten den Mischer und erfuhren welche enormen Kräfte nötig sind, um Kautschuk mit hohem Molekulargewicht zu mischen. Dann konnten sie beobachten, wie die Flummis in einer Vulkanisationspresse vulkanisiert wurden und nach Abkühlung das fertige, selbst synthetisierte Produkt mitnehmen. Im Workshop 3 synthetisierten sie, nachdem sie über einige Grundlagen von Harzen informiert wurden, ein duroplastisches Harz, das im Unterschied zu dem Elastomer einen hochfesten Kunststoff darstellt. Aus den selbst hergestellten Materialien entstanden tolle kreative Schlüsselanhänger.
Mit großem Interesse, hoher Genauigkeit und bemerkenswertem Durchhaltevermögen arbeiteten die SchülerInnen des Mannlich-Gymnasiums in allen Workshops. Die Exkursion hat nicht nur fachliche Kompetenzen gestärkt und Spaß gemacht, sondern auch Horizonte erweitert: Chemie ist ein Schlüssel zu einer nachhaltigen Zukunft – und junge Menschen können aktiv daran mitwirken.









